SKIN

Was unter die Haut geht oder braucht es ein dickes Fell, um als junger Mensch man selbst zu sein? 

Haut umhüllt uns alle. Sie schützt uns und lässt uns spüren. Sie ist verletzlich und doch widerstandsfähig. Sie trennt und verbindet uns. Hautfarbe ist ein mächtiges soziales Ein- und Ausschlusskriterium. Wir werden nach ihr bewertet und sie kann zur Kampfzone unseres Seins werden. Auf der Haut werden Spuren hinterlassen und Geschichten eingeschrieben. Sie signalisiert und marginalisiert. Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Ihre Beschaffenheit ist individuell und sagt viel darüber aus, was wir unserem Körper zugemutet haben. Nicht ohne Grund wird die Haut als „Spiegel der Seele“ bezeichnet.

Diese Festivals sollen unter die Haut gehen und was unter die Haut geht, soll auch infizieren! 

Wer ist unser Publikum und wer repräsentiert es auf der Bühne? Welche Stimmen, Gesichter und Körper werden sichtbar gemacht und was können wir dadurch als Theaterhaus bewirken? Das Programm verhandelt Themen für ein junges erwachsenes Publikum zwischen 15 und 23 Jahren. Es geht ganz explizit um brennende gesellschaftspolitische Fragen, wie die Gleichberechtigung aller Menschen und ihr Selbstbestimmungsrecht, die Freiheit, sich nicht festlegen zu müssen und nicht einfach lesbar sein zu dürfen – unabhängig vom Aussehen des Körpers, des Geschlechtes und der sexuellen Orientierung, der Herkunft, sozialen Zugehörigkeit, Hautfarbe, Muttersprache oder Religion.

Das Festival richtet sich grundsätzlich an ein diverses Publikum aller Generationen. Es soll die Anliegen der Zuschauer:innen stärken, eine Haltung einfordern und die Lust auf Tanz und Performance triggern.

Dschungel Wien bezieht eine klare Position, was die Anliegen von Kindern und Jugendlichen betrifft: Das Theaterhaus für junges Publikum ist ein Ort, an dem Diversität, Feminismus, Queerness und Toleranz gelebt werden. In einer Gesellschaft, die sich als plural versteht, die sich von ‚multi‘ über ‚inter‘ zu ‚trans‘ entwickelt hat, geht es nicht mehr um die Integration der anderen, sondern um Inklusion aller.

Mit internationalen Gastspielen und lokalen Produktionen freier Gruppen sowie Lectures, Talks, Konzerten, Workshops und Partys soll einerseits marginalisierten Communitys und Menschen eine Plattform geboten werden, um sich zu vernetzen, zu stärken und auszutauschen, aber auch Vorurteile abgebaut und neue Sichtweisen gewonnen werden. Neben aller Skepsis, Sorge und Wut, die hier einen Ausdruck finden, geht es auch um befreiendes Lachen, beißenden Spott und anarchistischen Witz! 

3 Festivals = 1 Anliegen 

SKIN#1: migration: our way to diversity! 
Postmigrantische Realitäten/Rassismus/Diversität 
23.9.–2.10.21

SKIN#2: “my body, my rules!”
Queerness/Sex & Gender/Body Positivity
22.–28.11.21

SKIN#3: “laughing & fighting: feminist resistance now!” 
Feminismen/Intersektionalität/Aktivismus & Humor
7.–13.3.22