Jungwild - Förderpreis für junges Theater


Theater für junges Publikum ist künstlerisch herausfordernd, vielseitig, lustvoll und noch vieles mehr. Davon sind auch viele junge heimische Künstler überzeugt. Die österreichischen Festivals für junges Publikum SZENE BUNTE WÄHNE (NÖ), spleen*graz, Schäxpir (OÖ) sowie das Theaterhaus für junges Publikum DSCHUNGEL WIEN und das TaO! Theater am Ortweinplatz Graz schreiben gemeinsam einen Nachwuchspreis auf dem Gebiet der darstellenden Kunst für junges Publikum in Form eines Wettbewerbs aus. Ziel ist es, junge Theaterschaffende und Ensembles aus Österreich zu animieren, auf allen Gebieten der darstellenden Kunst (Tanz, Schauspiel, Objekttheater, Musiktheater, Erzähltheater, Performance etc.) für ein junges Publikum zu arbeiten. 

Bewerben kön nen sich junge, professionell arbeitende Theater- und Tanzgruppen oder inzelkünstlerInnen bis 30 Jahre, die in Österreich leben. Eine ExpertInnenjury nominiert anhand der eingelangten Konzepte die TeilnehmerInnen für den Wettbewerb. Beurteilt werden keine fertigen Produktionen, sondern szenische Skizzen, die 10 bis maximal 20 Minuten dauern und Einblick in die inhaltliche und ästhetische Idee sowie in die Arbeitsweise der WettbewerbsteilnehmerInnen geben. Eine internationale Jury beurteilt diese und bestimmt die PreisträgerInnen. Die Dotierung beträgt € 15.000,- und wird zur Ausarbeitung der bis zu drei PreisträgerInnen-Projekte vergeben. Außerdem beinhaltet der Preis eine Aufführungsserie bei den an JUNGWILD beteiligten Institutionen.

Information: www.jungwild-preis.at
 

Die Preisträger 2015

„Die Konferenz der Tiere" 8+
Sarah Ellersdorfer, Mara Metzmacher
Eine Parabel zum Thema Krieg in Zusammenarbeit mit Flüchtlingskindern in Wien. Frei nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner.

Die Präsentation des Projektantrags ,Konferenz der Tiere‘ von Sarah Ellersdorfer und Mara Metzmacher brachte ein starkes dreiköpfiges Schauspielerensemble auf die Bühne, das sich kräftig und lustvoll in die Geschichte der Kästnerschen Romanvorlage stürzte. Zwischen herrlichem Chaos-Slapstick und konkreter Gesellschaftskritik entfaltete das Team ein starkes Bühnentableau, das die Klassikervorlage mit den aktuellen Ereignissen und Umständen in der Welt verbindet und somit eine eigene Formsprache findet, die sich kritisch dem Thema ,Krieg‘ gegenüber und entgegenstellt. Ein kluges und gewitztes Vorhaben, das seiner Geschichte einen spannenden Erzählrahmen schafft." (Jurybegründung)


„Eine Kuh macht Mühe" 4+
Emmi Steiner, Franziska Adensamer, Florian Weisch, Florian Weiß
Eine Performance mit Musik und Tanz zum Thema Zugehörigkeit und Identifikation. Ein Spiel über menschliches und tierisches Verhalten, den Versuch, sich in etwas anderes zu verwandeln als man ist, und die Freuden und Verwirrungen, die damit einhergehen.

„,Eine Kuh macht Mühe' von Emmi Steiner, Franziska Adensamer, Florian Weisch und Florian Weiß widmet sich den Fragen nach Zugehörigkeit und Identifikation, zwei zeitlosen Fragen, die uns Menschen ein Leben lang begleiten. In einer Mischung aus Erzähltheaterstrukturen und Tanz baut das Kollektiv seine ganz eigene Narrative auf der Bühne, die mit absurdem Humor, präzisen Konstruktionen und einer engen Verwebung von Musik und Spiel ihr inhaltliches Thema verhandelt. Vor allem die Teile, die deutlich in der Abstraktion zu Hause sind, haben die Jury bei der heutigen Präsentation überzeugt." (Jurybegründung)

 

Die Jury

Ives Thuwis, belgischer Tänzer, Choreograf und Regisseur
Bernd Mand, deutscher Kulturkritiker
Die am Preis beteiligten Institutionen teilten sich die dritte Stimme